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Auffällige Druck-/Pumpenläufe

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Auffällige Druckverhältnisse und ungewöhnliche Pumpenläufe deuten auf Probleme in der Sprinkleranlage hin

Auffällige Pumpenläufe in Sprinkleranlagen

Auffällige Druck- und Pumpenläufe weisen auf mögliche Störungen in Sprinkleranlagen hin. Häufige Starts, ungewöhnlich lange Laufzeiten oder starke Druckschwankungen deuten auf Leckagen, defekte Ventile oder fehlerhafte Druckhalteanlagen. Auch falsch eingestellte Druckschalter oder Luftverluste in Trockenanlagen beeinflussen das Betriebsverhalten. Die Beobachtung erfolgt über Druckanzeigen, Betriebsprotokolle und Anlagenmeldungen. Betreiber dokumentieren Abweichungen und veranlassen technische Prüfungen durch Fachpersonal. Frühzeitige Erkennung verhindert unnötigen Verschleiß von Pumpen und reduziert das Risiko von Funktionsstörungen im Brandfall. Die Auswertung der Betriebsdaten unterstützt Wartungsplanung, Ursachenanalyse und den sicheren Betrieb der Löschanlage im Gebäudemanagement.

Auffällige Druck- und Pumpenläufe als Indikator

Druckhaltung in Sprinkleranlagen gemäß DIN EN 12845

Funktionselement

Normative Anforderung

Jockey‑Pumpe

Kleine Druckhaltepumpe hält den Systemdruck; sie kompensiert nur geringfügige Druckverluste. Sie springt bei geringem Druckabfall automatisch an und erlaubt das Erkennen kleinster Leckagen.

Die Pumpe muss nur bei minimalen Druckschwankungen anlaufen. Häufiges oder langes Laufen weist auf Leckagen, defekte Rückschlagventile oder Fehlkalibrierung der Druckschalter hin.

Hauptfeuerlöschpumpe

Große Pumpe liefert die erforderliche Löschwassermenge; sie startet erst bei signifikantem Druckabfall infolge der Sprinklerauslösung.

Im Normalbetrieb darf die Hauptpumpe nicht anlaufen. Ein Start ohne Brandereignis weist auf gravierende Undichtigkeiten oder Fehlfunktionen hin.

Drucküberwachung

Die Druckhaltung erfolgt durch permanente Kontrolle der Druckschalter und -sensoren. Im Rahmen der monatlichen Funktionsprüfung werden Jockey‑Pumpe und Druckschalter kontrolliert und etwaige Unregelmäßigkeiten dokumentiert.

Abweichungen sind meldepflichtig und müssen analysiert werden; eine stabile Druckhaltung ist Indikator für die Netz‑Integrität.

Normativ ist festgelegt, dass die Jockey‑Pumpe als Druckhaltepumpe arbeitet und die Hauptpumpe erst bei größerem Druckverlust aufgrund eines Sprinklerereignisses startet. Die Druckhaltung ist durch eine geeignete Schaltanlage, Druckschalter und Membrandruckbehälter sicherzustellen.

Überwachungs‑ und Dokumentationspflichten

DIN EN 12845 und die VdS‑Richtlinie verlangen eine lückenlose Überwachung sowie nachvollziehbare Dokumentation aller relevanten Betriebszustände. Wesentliche Pflichten sind:

Zu den wesentlichen Pflichten gehören die permanente Drucküberwachung durch Druckschalter und Sensoren, die Protokollierung der Anzahl und Dauer der Jockey‑Pumpenläufe, dokumentierte wöchentliche Funktions‑ und Sichtkontrollen mit Simulation eines Sprinkleralarms sowie monatliche Funktionsprüfungen der Elektro‑ und gegebenenfalls Dieselpumpen, bei denen Druck, Förderleistung und die Funktion der Jockey‑Pumpe überprüft werden. Darüber hinaus müssen alle Prüfungen, Wartungen und Störungen in einem Sprinkler‑Tagebuch erfasst und monatlich in einem Betriebsbericht zusammengefasst werden.

Diese Überwachungspflichten sollten im Computer‑Aided‑Facility‑Management‑System (CAFM) hinterlegt werden, um eine revisionssichere und jederzeit nachvollziehbare Betreiberorganisation sicherzustellen.

Aufgabenstellung

Die Jockey‑Pumpe ist eine kleine Druckhaltepumpe. Sie ist nicht für die Löschförderung dimensioniert, sondern dient ausschließlich der Druckhaltung im geschlossenen Sprinklernetz. Wenn der Systemdruck geringfügig absinkt, sorgt die Pumpe dafür, dass der Betriebsdruck wieder erreicht wird; dadurch starten die Hauptpumpen nur im Brandfall. Ein dauerhafter oder häufig wiederkehrender Pumpenlauf deutet auf technische Probleme hin.

Parameter

Abweichungsindikator

Startfrequenz

Gelegentliche kurze Starts, um kleinste Druckverluste auszugleichen.

Mehrere Starts pro Stunde deuten auf eine Kleinleckage oder fehlerhafte Armaturen hin.

Laufzeit

Kurzzeitig – die Pumpe soll nur wenige Sekunden bis Minuten laufen, bis der ursprüngliche Druck wieder aufgebaut ist.

Verlängerte Laufzeiten weisen auf größere Leckagen oder einen dauerhaft offenen Verbraucher hin.

Druckabfall

Minimal; der Systemdruck bleibt durch den Membrandruckbehälter und die Jockey‑Pumpe stabil.

Kontinuierlicher oder periodischer Druckverlust signalisiert Rohrleitungsleckagen oder defekte Rückschlagventile.

Eine dauerhaft erhöhte Taktung ist regelmäßig auf undichte Gewindeverbindungen, defekte Rückschlagventile oder fehlerhafte Druckschalter zurückzuführen. Der Dienstleister muss die Laufzeit‑ und Druckdaten auswerten und Auffälligkeiten unverzüglich analysieren.

Betriebsorganisatorische Ursachen

Zu den betriebsorganisatorischen Ursachen gehören unzureichende wöchentliche Sichtkontrollen, bei denen die vorgesehenen Funktionsproben unterbleiben und kleine Leckagen unentdeckt bleiben. Ebenso problematisch ist die fehlende Auswertung der Pumpenprotokolle: Ohne regelmäßige Analyse der Laufzeiten können ansteigende Startfrequenzen oder verlängerte Laufzeiten unbemerkt bleiben. Wenn kleinere Undichtigkeiten nicht im Sprinkler‑Tagebuch erfasst werden, fehlen wichtige Hinweise für die Ursachenanalyse. Schließlich wird die Instandsetzung aus Kostengründen häufig verzögert; unterlassene oder verspätete Reparaturen verstoßen gegen die Betreiberpflichten, obwohl die BetrSichV Prüfungen und eine Gefährdungsbeurteilung fordert. Unbehandelte Leckagen können zu größeren Schäden und Haftungsansprüchen führen.

Technische Ursachen

Ursache

Beschreibung

Risiko und Folge

Rohrleitungsleckage

Undichte Gewindeverbindungen oder korrosionsbedingte Löcher führen zu stetigem Druckverlust.

Die Jockey‑Pumpe läuft häufig, um den Druck zu halten; es besteht Gefahr von Wasserschäden und Korrosion.

Defektes Rückschlagventil

Bei fehlender Dichtheit kann Wasser zurück in den Vorratsbehälter fließen.

Dauerhafte Druckinstabilität, häufige Pumpenstarts und reduzierter Löschdruck.

Undichte Alarmventilstation

Tropfende Ventile oder beschädigte Dichtungen lassen Wasser in die Alarmleitung fließen.

Fehlalarme, Druckverlust und Funktionsstörungen im Brandfall.

Undichte Entleerungs‑ oder Probeventile

Ventile werden nach Prüfungen nicht vollständig geschlossen oder sind beschädigt.

Permanente Druckminderung und erhöhte Leckrate; die Jockey‑Pumpe läuft ständig.

Mess‑ und Anzeigeparameter

Beobachtung

Interpretation

Handlungsbedarf

Mehrere Starts pro Stunde

Wahrscheinliche Kleinleckage oder defekter Druckschalter; der Systemdruck wird ständig nachgeregelt.

Technische Prüfung einleiten, Leckage suchen und beheben.

Druck pendelt dauerhaft

Systeminstabilität, etwa aufgrund von Rückströmung durch defektes Rückschlagventil.

Ursachenanalyse durch Fachfirma; Druckschalter kalibrieren.

Pumpenlauf auch nachts

Kein Wasserverbrauch erklärbar; unbemerkter Druckverlust durch Leckage.

Sofortige Inspektion und Abschaltung betroffener Sektion.

Ergänzende Prüfschritte im FM‑Prozess

Als ergänzende Prüfschritte im Facility‑Management‑Prozess sind zunächst die aktuellen Pumpenlaufdaten mit den Aufzeichnungen aus den Vorwochen zu vergleichen, um Trends zu erkennen. Anschließend werden die Ventilstationen auf Tropfverluste und die korrekte Ventilstellung kontrolliert. Die Entleerungs‑ und Probeleitungen sind dahingehend zu prüfen, dass sämtliche Ablassventile geschlossen sind. Darüber hinaus erfolgt eine Überprüfung der Kalibrierung der Druckschalter und Alarmmelder mit anschließender Justierung, falls erforderlich. Abschließend wird die Abstimmung mit einem VdS‑anerkannten Fachunternehmen vorgenommen, um eine systematische Dichtheitsprüfung durchzuführen und gegebenenfalls erforderliche Wartungsarbeiten einzuleiten.

Risikobewertung im Rahmen der Betreiberverantwortung

Die BetrSichV verlangt, dass überwachungsbedürftige Anlagen einer Gefährdungsbeurteilung unterzogen und sicher betrieben werden.

Ein dauerhaft häufiger Pumpenlauf kann folgende Risiken verursachen:

Risikoart

Konsequenz

Technisches Risiko

Überbeanspruchung der Jockey‑Pumpe führt zu vorzeitigem Verschleiß oder Ausfall; der Systemdruck kann nicht mehr gehalten werden.

Sicherheitsrisiko

Verzögerter Start der Hauptpumpe im Brandfall; Löschwirkung ist beeinträchtigt, was Personen‑ und Sachschäden erhöht.

Versicherungsrechtliches Risiko

Beanstandung bei VdS‑Revisionen oder Versicherungsabnahmen kann zu Auflagen oder Prämienerhöhungen führen.

Haftungsrisiko

Verletzung der Prüf‑ und Instandhaltungspflichten nach BetrSichV und DIN EN 12845 – im Schadensfall organisatorische Mängel.

Ein präventives Risikomanagement erfordert daher eine lückenlose Überwachung, regelmäßige Prüfungen und eine zeitnahe Instandsetzung.

Dokumentation und Nachweisführung

Die Normen fordern eine revisionssichere Dokumentation aller Prüf‑ und Wartungsmaßnahmen.

Pflichtunterlagen sind:

Dokument

Zweck und Nutzen

Pumpenlaufprotokoll

Erfasst Startzeiten und Laufdauer der Jockey‑ und Hauptpumpen; dient zur Trendanalyse bei Druckverlusten.

Prüfprotokoll Wochentest

Dokumentierte Ergebnisse der wöchentlichen Funktionsprobe und Alarmprobe.

Prüfprotokoll Monatsprüfung

Nachweis der monatlichen Funktionsprüfungen der Pumpen; enthält Messwerte und Vermerke zu Jockey‑Pumpe und Druckschaltern.

Instandsetzungsbericht

Belegt durchgeführte Reparaturen durch Fachfirmen; erforderlich für die Nachverfolgung und Gewährleistung.

Gefährdungsbeurteilung

Grundlage zur Ermittlung und Bewertung der Risiken; gemäß BetrSichV vor Inbetriebnahme und bei Änderungen vorgeschrieben.

Eine fehlende Dokumentation gilt im Schadensfall als Organisationsmangel; die Aufzeichnungen müssen revisionssicher archiviert und im CAFM hinterlegt werden.

Kurzfristige Maßnahmen

Zu den kurzfristigen Maßnahmen zählen die unverzügliche technische Prüfung durch eine fachkundige Person, die bei auffälligen Pumpenläufen die Druckverläufe analysiert und die Pumpensteuerungen prüft. Parallel dazu ist eine systematische Abklärung des Rohrnetzes und der Armaturen erforderlich, beispielsweise durch Druckprüfungen und Endoskopie, um potenzielle Leckagen zu lokalisieren. Abschließend muss eine Druckverlustanalyse erfolgen, bei der die Leckrate bestimmt und der betroffene Abschnitt eingegrenzt wird; um Schäden zu minimieren, können einzelne Bereiche vorübergehend abgeschaltet und entleert werden.

Mittelfristige Maßnahmen

Mittelfristig steht eine umfassende Rohrnetz‑Dichtigkeitsprüfung an. Je nach Ergebnis können hydraulische Druckproben erforderlich sein, und korrodierte Rohrabschnitte müssen ersetzt werden. Defekte Armaturen wie Rückschlagventile, Alarmventile, Entleerungsventile oder Druckschalter, die nicht mehr dicht sind, sind zu erneuern. Darüber hinaus sollten die Überwachungsintervalle an die Erkenntnisse der Pumpenlaufüberwachung angepasst und Sensorik zur automatischen Trendanalyse eingesetzt werden.

Strategische Maßnahmen

Langfristige bzw. strategische Maßnahmen umfassen die Integration digitaler Druckmonitoringsysteme, bei denen Sensoren und Datenlogger den Systemdruck, die Laufzeiten der Pumpen und die Tankfüllstände erfassen und die Informationen in ein zentrales Dashboard übertragen, um eine vorausschauende Instandhaltung zu ermöglichen. Ergänzend ist das Betriebspersonal regelmäßig zu schulen, damit es Funktionskontrollen durchführen, Leckagen erkennen und im Störungsfall richtig reagieren kann; die Schulungen sollten sich an DIN EN 12845 und VdS CEA 4001 orientieren. Ferner sind regelmäßige VdS‑Revisionen und Sachverständigenprüfungen durch anerkannte Sachverständige durchzuführen, wie in den Richtlinien gefordert, und die Ergebnisse müssen in die Verbesserungsplanung einfließen.

Die Bearbeitung auffälliger Pumpenläufe erfolgt in einem strukturierten Ablauf, der die Anforderungen des Facility Managements mit den Normen verknüpft:

Prozessphase

Inhalt und Maßnahmen

Erkennung

Kontinuierliches Monitoring des Systemdrucks und der Pumpenlaufdaten; regelmäßige Sicht‑ und Funktionskontrollen.

Analyse

Technische Ursachenfeststellung anhand der Datenanalyse und vor Ort‑Kontrolle; Identifikation der betroffenen Komponenten (Leitungen, Ventile, Sensoren).

Bewertung

Risiko‑ und Compliance‑Bewertung unter Berücksichtigung der Gefährdungsbeurteilung (BetrSichV) sowie der VdS‑Richtlinien.

Maßnahme

Durchführung der technischen Behebung (Leckabdichtung, Austausch von Armaturen, Justierung der Druckschalter).

Dokumentation

Revisionssichere Ablage aller Prüf‑ und Instandsetzungsnachweise im CAFM‑System; Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung und Wartungspläne.

Kontrolle

Nachprüfung der Stabilität durch erneute Druckmessungen und Funktionsproben; Freigabe zur Rückkehr in den Regelbetrieb.