Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Preaction-Anlage

Facility Management: Sprinkleranlagen » Grundlagen » Grundarten von Sprinkleranlagen » Preaction-Anlage

Einordnung der Preaction-Sprinkleranlage im Facility Management

Einordnung der Preaction-Sprinkleranlage im Facility Management

Preaction-Sprinkleranlagen sind eine besondere Variante automatischer Sprinkleranlagen, bei denen das Rohrnetz erst nach qualifizierter Freigabe durch eine Brandmelde- bzw. Detektionseinrichtung mit Wasser geflutet wird. Erst wenn ein Brandmelder auslöst, öffnet ein Vorsteuerungsventil und erlaubt das Eindringen von Löschwasser; erst danach kann ein Sprinklerkopf ausgelöst werden. Dieses zweistufige Auslöseprinzip schützt besonders schutzkritische Bereiche wie Rechenzentren, Archive, Museen oder Leitstellen, in denen ein unbeabsichtigter Wasseraustritt erhebliche Sach- oder Betriebsfolgen verursachen könnte. Für das Facility Management bedeutet dies erhöhte Anforderungen an Planung, Schnittstellenkoordination, Betrieb, Prüfung und Dokumentation, die sich strikt an die einschlägigen technischen Regelwerke (z. B. DIN EN 12845, VdS‑Richtlinien) halten müssen. Gleichzeitig gewährleistet die zweistufige Logik einen kontrollierten Löschmitteleinsatz und minimiert das Risiko von Fehlauslösungen und Wasserschäden

Preaction-Sprinkleranlagen im Facility Management

Stellung der Preaction-Anlage innerhalb der Sprinklergrundarten

  • Abgrenzung zur Nass-, Trocken- und Deluge-Anlage: Im Gegensatz zu Nassanlagen, die ständig mit Wasser unter Druck stehen, und Trockenanlagen, deren Rohrleitungen zum Frostschutz luftgefüllt sind, koppelt die Preaction-Anlage Brandmelder mit dem Ventilmechanismus. Erst bei paralleler Alarmfreigabe der Brandmeldung wird das Rohrnetz mit Wasser befüllt, und Wasser tritt erst bei Sprinkleraktivierung aus. Deluge-Systeme wiederum verfügen über offene Sprinkler und fluten bei Auslösung sofort ganze Bereiche, was in besonders gefährdeten Anlagen verwendet wird. Die Preaction-Anlage verzögert dagegen den Wasserzulauf bis zur zusätzlichen Detektion, um unbeabsichtigte Wasserausbrüche zu verhindern.

  • Charakteristisches Merkmal: zweistufige Auslösung – Detektion → Wasserfreigabe. Ein Brandmelder muss zunächst einen Alarm auslösen, bevor das Vorsteuerungsventil geöffnet wird und das Löschwasser in das Netz gelangt. Erst dann kann der einzelne Sprinklerkopf durch Hitze aktiviert werden. Dieses doppelte Sicherheitsprinzip erhöht die Anlagensicherheit und verhindert, dass allein ein Sprinklerbruch oder eine fehlerhafte Meldung zu einem Wasseraustritt führt.

  • Sonderform mit erhöhtem Schutzanspruch: Preaction-Anlagen gelten als projektspezifische Sonderbauform für besonders sensible Objekte mit hohem Sachwert oder hoher Betriebs- und Datenkritikalität. Sie kommen typischerweise in Rechenzentren, Museen, Archiven und Steuertechnikräumen zum Einsatz. Durch die Kombination aus Brandmeldesystem und Sprinklermechanik wird das Risiko von Fehlauslösungen deutlich verringert und mögliche Schäden durch unkontrollierten Wasserzutritt minimiert.

Zielsetzung der Regelwerke

  • Sicherstellung eines brandwirksamen, aber kontrollierten Löschwassereinsatzes: Die Regelwerke verlangen, dass im Brandfall zuverlässig Wasser bereitgestellt und zielgerichtet eingesetzt wird, gleichzeitig aber vorzeitiger oder unnötiger Wasseraustritt vermieden wird. Die Preaction-Logik sorgt dafür, dass Wasser im Ernstfall wirksam an den Brandherd gelangt, ohne dass es schon bei einer einzelnen Detektion oder Sprinklerbeschädigung fließt.

  • Minimierung von Fehl- und Leckageereignissen: Durch die doppelte Auslösung wird die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Auslösung drastisch reduziert. Tatsächlich sind bei Preaction-Systemen Fehlauslösungen und unbeabsichtigte Wasseraustritte nahezu ausgeschlossen. Dies ist eine zentrale Anforderung der Regelwerke, um insbesondere wasserempfindliche Bereiche vor Schäden zu schützen.

  • Nachweisbare Systemzuverlässigkeit über den gesamten Lebenszyklus: Die Systeme müssen so geplant und betrieben werden, dass über Jahrzehnte eine hohe Verfügbarkeit und Funktionssicherheit gewährleistet ist. Dies beinhaltet regelmäßige Prüfungen, Wartungen und Nachweise nach DIN EN 12845, VdS-Richtlinien etc., um jederzeit die volle Einsatzbereitschaft dokumentiert nachzuweisen.

Anwendungsfälle gemäß Regelwerkslogik

Aspekt

Regelwerksbezogene Einordnung

Raumtypen

Rechenzentren, Archive, Museen, Steuer- und Leitstellen

Schutzgut

Hoher Sachwert, hohe Betriebs- oder Datenkritikalität

Betriebsbedingungen

Frostgefährdete oder wasserempfindliche Bereiche

Preaction-Systeme werden vor allem in besonders kritischen Bereichen eingesetzt, die hohen Schutzbedarf haben. Beispiele hierfür sind IT-Räume und Rechenzentren, in denen elektronische Systeme geschützt werden müssen, sowie Archive und Museen mit empfindlichem Kulturgut. Auch in Leitstellen, Laboren oder anderen sicherheitsrelevanten Nutzungen kommen diese Anlagen zum Einsatz. Die Tabelle fasst die typischen Merkmale solcher Anwendungsfälle zusammen.

Ausschluss- und Einschränkungskriterien

  • Ungeeignet bei fehlender Detektionssicherheit: Ist die Zuverlässigkeit der Brandmeldungstechnik nicht gewährleistet (z. B. mangelhafte Sensorabdeckung oder fehlende Wartung), darf eine Preaction-Anlage nicht eingesetzt werden. Bleibt ein notwendiges Detektionssignal aus, bleibt das Ventil verriegelt und das System liefert kein Wasser.

  • Begrenzungen hinsichtlich Reaktionszeit und Branddynamik: Durch die erforderliche zweistufige Auslösung verzögert sich der Löschwassereinsatz gegenüber einem einfachen Nasssystem. In extrem schnell eskalierenden Bränden oder bei sehr kurzen Brandphasen kann dies nachteilig sein. Präventive Sprinklerverzögerung ist daher nicht für alle Brandklassen geeignet.

  • Abhängigkeit von Energie- und Signalverfügbarkeit: Da die Freigabe elektronisch gesteuert wird, benötigt die Preaction-Anlage eine kontinuierliche Stromversorgung und zuverlässige Signalübertragung. Ein Stromausfall oder Funktionsverlust im Brandmeldesystem führt zum Ausfall des Systems. Redundanzen in Energieversorgung und Melderverkabelung sind daher essenziell.

Hydraulische und medienführende Komponenten- Zentrale Komponenten sind:

  • Rohrleitungsnetz: Trocken (luft- oder stickstoffgefüllt) bis zum Ventil. Beim Hochlauf nach Ventilöffnung wird das Netz mit Wasser unter Druck gesetzt.

  • Vorsteuerungsventilstation (Preaction-Ventil): Das Ventil hält das Löschwasser zurück und wird elektrisch von der Brandmeldeanlage angesteuert. Es enthält Stellungsschalter und Prüfeinrichtungen zur Überwachung (z. B. drucklose Stellung, Durchflussdetektoren).

  • Druckluft-/Stickstoffsystem: Beim modernen Preaction-Design wird das Rohrnetz zusätzlich mit einem getrennten Luft- oder Stickstoffsystem beaufschlagt. Ein Druckabfall – etwa durch einen Rohrleitungsbruch oder eine Leckage – erzeugt ein Signal und hilft so bei der Leckageüberwachung.

Brandmelde- und Detektionssysteme

  • Art der zulässigen Melder: Neben herkömmlichen Rauch- und Wärmemeldern können auch Ansaugrauchmelder oder mehrkriterielle Detektoren eingesetzt werden. Die Auswahl richtet sich nach den Brandszenarien und Anforderungen im Raum.

  • Redundanz und Ausfallsicherheit: Wichtige Detektionslinien sollten doppelt oder fehlersicher ausgeführt werden. So wird erreicht, dass ein einzelner Ausfall keinen komplett undefinierten Anlagenzustand hervorruft.

  • Signalqualitäten für Voralarm und Freigabe: Die Brandmeldezentrale signalisiert idealerweise mehrere Stufen: Ein Voralarm (Brandfrüherkennung) kann zur zusätzlichen Kontrolle dienen, während das Freigabesignal streng als Scharfschaltung für das Ventil gilt. Erst nach Freigabe darf Wasser eintreten.

Steuer- und Verriegelungslogik

Funktion

Regelwerkskonforme Ausprägung

Detektionssignal

Eindeutig (z. B. nur nach Melderansprech), überwacht, fehlersicher

Freigabesignal

Zwangslogisch mit Vorsteuerungsventil gekoppelt (erst bei bestätigtem Brandalarm)

Störmeldung

Permanente Weiterleitung an Brandmeldezentrale/Gebäudeleittechnik

Die Steuerung ist so ausgelegt, dass das Ventil nur bei eindeutigem Brandalarm öffnet. Ein isoliertes Signal – etwa durch einen defekten Melder – reicht nicht aus. Die Logik ist zwingend („zwangslogisch“) an die Ventilsteuerung gekoppelt. Störungen (z. B. Druckabfall, Ventilfehler, Melderausfall) werden kontinuierlich an die übergeordnete Brandmeldezentrale oder an die Gebäudeleittechnik gemeldet.

Einfach-Interlock-System

  • Funktionsweise: Bei einem Einfach-Interlock-System (auch „einfach vorgesteuerte Anlage“) wird das Ventil ausschließlich durch einen Detektionsalarm geöffnet. Erst wenn also ein Brandmelder einen Alarm auslöst, lässt das Vorsteuerungsventil Wasser ins Netz. Anschließend kann jedoch Wasser erst fließen, wenn ein Sprinklerkopf wegen Hitzeanspruches geöffnet wurde.

  • Voraussetzungen: Damit Wasser ausströmt, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Alarm der Brandmeldeanlage und Öffnung des betreffenden Sprinklers.

  • Charakteristik: Diese Betriebsart bietet bereits einen sicheren Wasserschutz bei moderatem Risiko von Fehlalarmen, da für den Löschwasseraustritt stets eine echte Brandentwicklung vorliegen muss. Die Komplexität im Betrieb bleibt vergleichsweise gering, weil nur eine zusätzliche Detektions-Koppelung nötig ist.

Doppel-Interlock-System

  • Funktionsweise: Beim Doppel-Interlock-System sind für eine Wasserfreigabe drei Bedingungen erforderlich: Ein Detektionsalarm (Rauch-/Wärmemelder), ein registrierter Druckabfall im System und schließlich die Auslösung eines Sprinklers. Erst wenn alle drei Signale zusammenfallen, fließt Wasser.

  • Vorteil: Durch diese zusätzliche Sicherheitsstufe wird das Risiko eines unbeabsichtigten Wasseraustritts weiter minimiert. Fehlauslösungen werden nahezu ausgeschlossen, da gleichzeitig Melderauslösung und Rohrleitungsdruckverlust auftreten müssen.

  • Nachteil: Doppel-Interlock-Anlagen sind technisch komplexer und wartungsintensiver. Insbesondere das Überwachungssystem (Drucksensoren, doppelte Ventiltechnik) muss aufwändig instand gehalten werden.

Abstimmung zwischen Gewerken

  • Sprinklertechnik ↔ Brandmeldeanlage: Die Planung muss sicherstellen, dass die Brandmeldeanlage (einschließlich Verkabelung und Stromversorgung) direkt mit der Sprinklersteuerung verbunden ist. Zuständigkeiten für Signalübertragung und -bestätigung sind klar zu definieren.

  • Elektrotechnische Versorgung ↔ Steuerung: Die elektrische Versorgung der Ventilsteuerung und Melder ist redundant auszuführen (z. B. Notstrom, zweites Netz). Eine zuverlässige Stromversorgung ist entscheidend, da ohne Spannung das Ventil verriegelt bleibt.

  • Gebäudeautomation (GLT) ↔ Stör- und Statusmeldungen: Status- und Störmeldungen der Preaction-Anlage sollten in die Gebäudeleittechnik integriert werden. So sind Wartungsorganisation und Krisenmanagement sofort informiert, falls Druckverlust, Leitungsbruch oder Melderfehler auftreten.

Dokumentationsanforderungen in der Planungsphase

Dokument

Inhaltlicher Fokus

Funktionsbeschreibung

Detaillierte Logik, Abhängigkeiten, Auslösebedingungen

Schnittstellenmatrix

Signale (Input/Output), Zuständigkeiten, Rückmeldewege

Ursache-Wirkungs-Matrix

Abbildung von Brandereignissen auf Systemreaktionen

Für jede Preaction-Anlage ist während der Planung eine umfassende Dokumentation zu erstellen. Dazu gehört eine Funktionsbeschreibung, die Steuerungslogik, erforderliche Bedingungen und Interlock-Verknüpfungen erläutert. Eine Schnittstellenmatrix verzeichnet sämtliche Signale zwischen Sprinkler- und Brandmeldeanlage (Wer meldet wem was?). Schließlich beschreibt eine Ursache-Wirkungs-Matrix, wie unterschiedliche Brandereignisse zu definierten Reaktionen im System führen. Diese Dokumente dienen als Grundlage für Planung, Abnahme und späteren FM-Betrieb.

Installationsanforderungen

  • Rohrnetzüberwachung und Dichtheitsprüfung: Nach Montage ist das gesamte Rohrnetz (lüftungsseitig) einer Druckprüfung (z. B. 10–12 bar für 2 Stunden) zu unterziehen, um Leckagen auszuschließen. Die Vorsteuerungsventile werden bei dieser Prüfung mit abgedichtet. Zusätzlich sollte das luftgefüllte System auf Druckverlust überwacht werden.

  • Einbaupositionen von Ventilstationen und Sensorik: Die Ventilstation (Wasserbehälter, Pumpen, Vorsteuerungsventil) muss frostsicher und zugänglich platziert werden. Detektoren sollen in der Nähe und in den kritischen Zonen installiert sein, jedoch fern von Störquellen und gemäß Herstellerempfehlung.

  • Zugänglichkeit für Betrieb und Wartung: Alle Komponenten (Pumpen, Ventile, Druckluftbehälter, Melder) sind so zu montieren, dass sie leicht erreichbar sind. Wartungsgänge, Absperrventile und Prüfeinrichtungen müssen frei zugänglich sein, um Inspektionen und Reparaturen zu ermöglichen.

Prüf- und Abnahmeprozesse

  • Funktionsprüfung der Detektionskette: Vor Inbetriebnahme wird die Brandmeldeanlage umfassend getestet. Jeder verwendete Meldertyp (z. B. Rauch-, Wärme- oder Mehrkriterienmelder) muss in situ ausgelöst werden, um die korrekte Schaltung zum Vorsteuerungsventil zu verifizieren.

  • Simulation von Auslöse- und Störfällen: Es werden Praxistests durchgeführt, bei denen eine Kombination aus Melderauslösung und Sprinkleröffnung simuliert wird, um die korrekte Doppelauslösung zu überprüfen. Auch Fehlerzustände (z. B. Leitungsoffen, Druckverlust ohne Melderalarm) werden nachgestellt.

  • Dokumentierte Freigabe durch Sachverständige: Nach Abschluss aller Prüfungen bestätigt ein unabhängiger Sachverständiger oder VdS-Prüfer schriftlich die normgerechte Installation und Funktion der Anlage. Erst damit gilt die Inbetriebnahme als abgeschlossen.

Betreiberpflichten

  • Sicherstellung der ständigen Betriebsbereitschaft: Der Betreiber hat dafür zu sorgen, dass die Preaction-Anlage jederzeit betriebsbereit ist. Dazu gehören regelmäßige Sichtkontrollen (z. B. Leitungsdruck, Ventilstellungen) und funktionale Tests der Pumpen und Ventilzüge.

  • Überwachung von Druck, Ventilstellungen und Meldungen: Laufende Überwachungssysteme (z. B. Druck- und Durchflusssensoren) müssen im Auge behalten werden. Jede Störmeldung der Anlage ist sofort zu prüfen und zu beheben, um Fehlfunktionen zu vermeiden.

  • Schulung des Betriebspersonals: Techniker und verantwortliches Personal müssen hinsichtlich der speziellen Eigenschaften der Preaction-Anlage geschult werden. Sie müssen die Abläufe im Brandfall kennen, sowie Rücksetz- und Quittierprozesse beherrschen.

Wiederkehrende Prüfungen

Gemäß den einschlägigen Vorschriften sind regelmäßige Prüfungen vorgeschrieben. Dazu zählen interne Sicht- und Funktionsprüfungen (häufig wöchentlich) durch das eigene Instandhaltungsteam sowie Sachverständigenprüfungen (zum Beispiel durch VdS-zertifizierte Prüfer) in jährlichen bis mehrjährigen Intervallen. Zusätzlich sollte die gesamte Detektionskette zusammen mit der Brandmeldeanlagenwartung überprüft werden.

Die folgende Tabelle fasst typische Prüfarten und ihre Regelwerksbezüge zusammen:

Prüfart

Typischer Regelwerksbezug

Sicht- und Funktionsprüfung

Kurzintervalle (intern durch FM)

Sachverständigenprüfung

Wiederkehrend (extern, z. B. VdS)

Detektionsprüfung

In Abstimmung mit BMA-Wartung

Alle Prüfungsergebnisse sind in einem Sprinklerkontrollbuch oder einer digitalen Dokumentation festzuhalten. Nur so kann die Anlagenhistorie nachvollziehbar und revisionssicher geführt werden.

Typische Störursachen

  • Druckverluste im Rohrnetz: Undichte Leitungen oder defekte Sperrventile führen zu Druckverlusten, die als Störung gemeldet werden.

  • Fehlinterpretation von Detektionssignalen: Verschmutzte oder falsch kalibrierte Melder können Fehlalarme verursachen, die bei einer Preaction-Anlage zwar nicht sofort zu Wasser führen, aber für Betriebsunterbrechungen sorgen.

  • Schnittstellenfehler zwischen BMA und Ventilsteuerung: Verkabelungsfehler, Blockierungen in der Steuerung oder fehlerhafte Logik können dazu führen, dass ein echter Brand nicht freigegeben wird oder umgekehrt ein Fehlsignal zu unerwarteten Systemzuständen führt.

    Regelwerkskonforme Maßnahmen

    • Klare Rücksetz- und Quittierprozesse: Nach einem Fehlalarm oder einer Störung müssen definierte Prozeduren greifen, um das System sicher zurückzusetzen. Nur autorisiertes Personal darf Eingriffe vornehmen.

    • Dokumentierte Eingriffe und Betriebszustände: Jede Änderung am System (z. B. Austausch eines Melders, Justierung eines Ventils) wird in der Betriebsdokumentation vermerkt. Auch manuelle Tests oder Modusänderungen sind festzuhalten.

    • Ereignisprotokollierung: Alle Alarme, Störungen und Eingriffe werden zeitgenau protokolliert. Diese Protokolle dienen der Nachvollziehbarkeit für interne Audits sowie zur Beweisführung gegenüber Versicherungen und Behörden.

    Änderungsmanagement

    • Bewertung von Raum- oder Nutzungsänderungen: Jede Änderung der Raumnutzung (z. B. Ausbau eines Serverraums zu Lager) muss dahingehend überprüft werden, ob die ursprüngliche Anlagenauslegung noch passt.

    • Anpassung der Detektions- und Auslöseparameter: Wächst das Gefahrenpotenzial (z. B. durch höhere Brandlast), sind die Melderempfindlichkeiten oder Lüftungsschnittstellen nachzubessern.

    • Re-Abnahme bei wesentlichen Systemänderungen: Wurde die Sprinkleranlage technisch umgebaut oder erweitert (z. B. Änderung der Zonen, Austausch von Komponenten), muss sie erneut vom Sachverständigen abgenommen werden.

    Stilllegung

    • Sichere Entleerung und Kennzeichnung: Vor einer Stilllegung oder Demontage ist das System drucklos zu machen, alle Absperrventile sind zu schließen und das Rohrnetz zu entleeren. Die Anlage wird sichtbar als „außer Betrieb“ gekennzeichnet, z. B. durch Schilder an den Ventilen.

    • Aktualisierung der Bestands- und Brandschutzdokumentation: Nach Außerbetriebnahme sind alle Pläne, Wartungsunterlagen und die Feuerwehr-Dokumentation zu aktualisieren, damit der aktuelle Anlagenstatus (inaktiv) eindeutig dokumentiert ist.

    Bedeutung der Preaction-Anlage für das Facility Management

    Eine Preaction-Sprinkleranlage stellt aus FM-Sicht ein hochintegriertes, schutzkritisches Gesamtsystem dar. Ihre normgerechte Auslegung, vollständige Dokumentation und sorgfältige Betriebsführung sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass Brandschutzziele erreicht sowie Haftungs- und Verfügbarkeitsanforderungen eingehalten werden. Fehlerhafte Planung oder unzureichende Wartung kann im Brandfall nicht nur zu vermehrten Schäden, sondern auch zu Haftungsansprüchen führen. Aufgrund dieser hohen Risiken verlangt der Betrieb einer Preaction-Anlage ein hohes Maß an technischer Disziplin, interdisziplinärer Abstimmung und revisionssicherer Prozessführung über den gesamten Lebenszyklus hinweg.